Wunder

Eine alte Frau kommt nach dem Gottesdienst aus der Kirche. Sie schaut zur Turmuhr hoch und sagt vor sich hin: Jetzt kann ich wieder laufen, jetzt kann ich wieder laufen.

Der Pfarrer hört das und fragt: Sagen Sie, gute Frau, haben Sie gerade ein Wunder erlebt? Seien Sie froh und dankbar, dass Sie wieder laufen können!

Nein, antwortet die Frau, ich habe kein Wunder erlebt.

Wegen Ihrer langen Predigt habe ich den Bus verpasst, und jetzt kann ich wieder nach Hause laufen!

Höhenflüge

Der frühere Direktor der Liebenzeller Mission Hanspeter Wolfsberger erzählt in einem Buch über Missgeschicke im Pfarrdienst. Er berichtet von einem Kollegen, der in seiner Freizeit Segelflieger war. Eines Tages dachte dieser Pfarrer: Heute Mittag kann ich mir mal frei nehmen und eine Runde fliegen.

Vom Flugplatz Klippeneck startete er zu einer Segeltour. In großen Kreisen flog er auch über seinen Wohnort. Er sieht eine Menge kleiner schwarzer Punkte, die alle auf dem gleichen Weg sind. Er geht ein bisschen tiefer und erkennt: Die gehen alle zum Friedhof.

Und dann fällt es ihm ein: Beerdigung vergessen! Die dort unten warten auf mich! Er ist nur ein paar hundert Meter weit weg und kann doch nichts machen.

Dieser Pfarrer wird heute noch rot, wenn er an diesen Tag zurückdenkt...

Nächstenliebe

Ein Pfarrer ging durch das Dorf und sah zwei Buben, die sich auf der Straße prügelten.

Er ging hin und packte den Älteren der beiden am Arm. Mein lieber Junge, fragte der Pfarrer streng, hast du denn im Religionsunterricht nicht aufgepasst? Kennst Du nicht das Gebot: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst?

Der Junge antwortete: Das gilt in diesem Fall nicht, Herr Pfarrer. Das ist nämlich nicht mein Nächster, sondern mein Bruder!

Ein anstößiges Wunder

Vor Jahren gab es in Württemberg einen Vikar, der ein Zimmer bei einer älteren Frau gemietet hatte. Sie störte sich daran, dass der junge Pfarrer abends gerne einmal ein Viertele trank.

Er versuchte sich zu verteidigen und sagte: Jesus hat auf der Hochzeit zu Kana sogar Wasser in Wein verwandelt.

Darauf antwortete die Frau auf Schwäbisch: Des isch net sei beschtes Stückle gwä.

Freue dich, freue dich, o Christenheit...

In die Gottesdienste eines Missionars in Afrika kam auch ein junger Hirte aus der Steppe. Er hatte die Angewohnheit, die Predigt immer wieder durch ein lautes Halleluja! zu unterbrechen.

Dem Missionar war diese Störung peinlich, und besonders ärgerte es ihn an Weihnachten, wenn die ganze Gemeinde versammelt war. In einem Jahr wollte er besonders schlau sein und sprach ein paar Tage vorher mit dem lästigen Zwischenrufer. Hör zu, versprach er dem jungen Mann, wenn du mich an Weihnachten in Ruhe predigen lässt, dann schenke ich Dir ein paar Stiefel!

Ein paar Stiefel – das ist für einen Hirten in Afrika ein kleines Vermögen. Der junge Mann war mit dem Tauschgeschäft einverstanden. Und so kam der Weihnachtsgottesdienst.

Der Hirte saß auf der Holzbank und freute sich auf seine Stiefel. Doch dann hörte er von den Hirten in Bethlehem. Mensch, großartig, dachte er, das sind welche wie ich! Und er hätte große Lust gehabt, laut Halleluja! zu schreien. Aber er dachte an die Stiefel und blieb ruhig.

Doch dann las der Missionar die Botschaft des Engels vor: Siehe, ich verkündige euch große Freude. Da hielt es den jungen Mann nicht mehr auf seiner Bank. Er sprang auf und rief in die andächtige Versammlung hinein: Stiefel hin oder Stiefel her – Halleluja, gelobt sei Jesus Christus!

Die linke und die rechte Hand ...

Der Kirchenchor eines schwäbischen Dorfes suchte einen neuen Dirigenten. Ein Bewerber stellte sich vor und gab eine Kostprobe seines Könnens.

Doch bei seinen hektischen Bewegungen hatten die Sängerinnen und Sänger Mühe, den Takt zu halten.

Nachher wurde das älteste Chormitglied gefragt: Nun, wie findest du den Bewerber?

Er antwortete: Das ist ein richtig biblischer Dirigent. Seine linke Hand weiß nicht, was die rechte tut.

Der singende Pfarrer

In einem schwäbischen Dorf gab es einen Pfarrer, der hielt sich für einen begnadeten Sänger. An einem Sonntag konnte er sich mehr zurückhalten und überraschte die Gemeinde mit einem Gesangssolo. Während er seine Stimme erschallen ließ, sah er, wie einer alten Frau die Tränen über die Wangen liefen. Nach dem Gottesdienst nahm er die Frau beseite und sagte: Es freut mich, daß mein Gesang Sie so bewegt hat. Möchten Sie mir anvertrauen, was Sie auf dem Herzen haben? Nein, antwortete die Frau, das kann ich nicht sagen.

Der Pfarrer ließ nicht locker: Bitte erzählen Sie mir, welche Erinnerung ich in Ihnen wachgerufen habe.

Wissen Sie, sagte die Frau endlich, letzte Woche ist mein alter Ziegenbock gestorben. Und als Sie vorhin gesungen haben - da mußte ich daran denken, wie schön das arme Tier immer gemeckert hat!

Gottesdienst

Ein Mann kommt von der Kirche nach Hause. Seine Frau fragt ihn:
Wie war es heute im Gottesdienst?
Wir haben gesungen.
Das kann ich mir denken! Erzähl´ mir was vom Pfarrer.
Der hat gepredigt.
Und über was?
Über die Sünde.
Und was hat er gesagt?
Er war dagegen.

Du sollst nicht lügen

Fragt der Theologie-Professor während der Vorlesung: Heute möchte ich über das Gebot 'Du sollst nicht lügen' sprechen.

Hat jemand mein gleichnamiges Buch dazu gelesen?

Nach kurzem Zögern melden sich mehrere Studierende.

Sehr gut, da haben wir ja eine gute Grundlage.

Es erscheint nämlich erst im nächsten Monat.

Hauptsache fromm ...

In der guten alten Zeit ruft ein schwäbischer Kaufmann nach Feierabend seinen Lehrling zu sich.

Hast du das Weinfass mit Wasser aufgefüllt? - Jawohl.
Hast du Kleister in die Marmelade gerührt? - Jawohl.

Hast du Kartoffeln in den Heringssalat geschnitten? - Jawohl.
Hast du Gips in den Zucker geschüttet? - Jawohl.

Gut. Dann schließ´ jetzt die Ladentür ab und komm zum Abendgebet!

Ameisen und die Kirche

Wissen sie, warum man in der Kirche keine Ameisen findet?

 

Weil sie inSekten sind!