Generation Neue Freiheit (GeNF)

chrome_reader_mode Starker Auftakt für „Generation Neue Freiheit!?“

Welche Optionen könnten sich ergeben, wenn man die 55 überschritten hat und noch freie Zeit bei sich entdeckt oder Lust auf Neues verspürt? Am vergangenen Freitag versuchten über 70 Bürger aus Gräfenhausen und Obernhausen in der Alten Kelter eine Antwort darauf zu finden. Die evangelische Kirchengemeinde Gräfenhausen hatte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Birkenfeld zu dieser Veranstaltung  „Generation Neue Freiheit!?“ aufgerufen.

Bürgermeister Martin Steiner und auch Gemeinde-Pfarrer Matthias Kraft zeigten sich erfreut über den großen Zulauf. Martin Steiner hielt  gleich zu Beginn ein leidenschaftliches Plädoyer für eine lebendige dörfliche Gemeinschaft mit Werten, Normen, Vertrauen und Zusammenhalt. Pfarrer Matthias Kraft ergänzte dies mit dem Wunsch, Zeit und Raum für Begegnungen und Austausch schaffen zu wollen. In der Gruppierung „Generation Neue Freiheit!?“ sollen sich in Zukunft Interessengruppen zusammenfinden, neue Gemeinschaften entstehen und Nachbarschaft wieder gelebt wird.

Fachkräftige Unterstützung erhielt Haupt-Initiator und 2. Vorstand des Kirchengemeinderats Reinhard Wolfinger durch den ehemaligen Birkenfelder Pfarrer Rainer Boy und Gabriele Pattberg. Die extra für diese Veranstaltung aus Baden-Baden Angereisten betreuen dort seit 5 Jahren erfolgreich ein ähnliches Projekt und moderierten mit viel Enthusiasmus den Abend.

Bevor es jedoch an die Arbeit ging, wurden die Zuhörer durch Kabarettist und Pfarrer Dietmar Scheytt-Stövhase zum Schmunzeln gebracht, welcher nicht immer ganz ernst zu nehmende Anekdoten der Pfarrarbeit zum Besten gab und mit seinem Aufruf „Probieren Sie in ihrem Leben etwas Neues aus!“ den Kern das Abends traf. An dem von vielen helfenden Händen bereicherten Buffet konnte sich die Anwesenden kulinarisch stärken, bevor sie dann selbst aktiv werden mussten und ihre Wünschen auf Kärtchen vermerkten.

Diese Ideen wurden anschließend von den Moderatoren zu Themengruppen zusammengefasst. Zu den herausgearbeiteten Schwerpunkten „Kochen und gesunde Ernährung“, „Wandern“, „Radfahren“, „Literatur und Kultur mit Lesepaten“, „Kino und Theater“, „Spiele“, „Tanz“, „Boule“ und „Dorfkneipe“ wurden Gruppen gebildet, welche sich alle rasch im angeregten Dialog befanden. Aus diesen Gruppen wiederum gingen  „Kümmerer“ hervor, welche in Zukunft für die Vernetzung zuständig sein werden und weitere Treffen initiieren sollen.

Selbst wenn nicht sofort jede neu gebildete Gruppe an den Start gehen sollte und nicht jeder der Anwesenden Zeit und Raum für neue Aktivitäten hat: Der Großteil der Beteiligten war sich darin einig, dass es alleine schon eine gute Idee war, in lockerem Rahmen mit anderen Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und einmal ungezwungen drauflos zu visionieren. Und wo Strukturen für ein lebendiges Dorfleben geschaffen werden, profitieren letztendlich alle davon; die aktuell Aktiven sowie die nachkommende Generation 55+.

Das Projekt „Dorfkneipe“ wurde an diesem Abend dann auch sofort umgesetzt,  denn diese Tischrunde saß noch gesellig und angeregt diskutierend zusammen, als der Großteil der Gäste bereits aufgebrochen war und die Helfer mit dem Kehraus begannen.
Wenn das nicht ein vielversprechendes Zeichen ist …. ?

Anja Bruder